Theater Hameln |
Theater Hameln

2011

19 Sep

Premiere des bekannten Trauerspiels

Lessings Klassiker erhält durch das Ensemble einen frischen Anstrich und konfrontiert den Zuschauer mit energischem und lebhaftem Theater.

Bereits am Mittwoch reisten „Die Theatermacher“ um Michael Jurgons in Hameln an und der Aufbau der Kulissen, sowie die Einrichtung der Technik, wurden sogleich in Angriff genommen, um das Stück auf der Hamelner Bühne erstmalig zu proben. Bis die Proben beginnen konnten, dauerte es allerdings einen vollen Tag. Am Donnerstagmittag, unter starkem Zeitdruck (für „Die Hochzeit des Figaro“ musste noch aufgebaut werden), konnte das Ensemble endlich starten.

Die aufwändig gestalteten Kulissen schaffen ein italienisches Ambiente mit Augenzwinkern, denn oft genügt ein kurzer Blick nicht. So wird einigen Zuschauern am Samstag der grinsende Berlusconi im Springbrunnen entgangen sein. Ebenso verhält es sich mit den Kostümen. Diese sind eine bunte Mischung aus modern und poppig und traditionell altertümlich. Es hat mich also zum Schmunzeln gebracht, als die katholische Emilia im gepunkteten, hautengen Minikleid auf dem Weg zur Hochzeit ist. Insgesamt kommt die Inszenierung der Theatermacher frech und plakativ daher.Die Stimmung ist immer wechselhaft und der Zuschauer droht fast den Anschluss zu verlieren, bei dieser rasanten Darbietung. Die Theatermacher schaffen es, die aufgewühlten Emotionen der Charaktere zum Ausdruck zu bringen. Bei einigen fast so sehr, dass die Artikulation leidet.

Kristina Verzbilovskis (Praktikantin)

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